Maria Baumgärtle

 
Festtage in Baumgärtle

Zum Jubiläum schickte auch der Papst Grüße

„Missionare vom Kostbaren Blut“ feiern in Baumgärtle ihre Ordensgründung vor 200 Jahren. Ein großer Tag vor allem für die Kinder Von Josef Hölzle (Mindelheimer Zeitung)

Festgottesdienst_2

Mit einem vielfältigen Programm feierten die „Missionare vom Kostbaren Blut“ in Baumgärtle ihre Ordensgründung im Jahre 1815. Im Mittelpunkt des Gedenkens standen dabei die Botschaften des italienischen Ordensgründers Kaspar del Bufalo. Die derzeit rund 550 Mitbrüder im Missionsdienst sind weltweit tätig. Das Missionshaus Baumgärtle gehört zur deutsch/österreichischen Provinz, in der 44 Patres und fünf Brüder wirken. In Baumgärtle leben derzeit vier Missionspriester, zwei Ordensbrüder und zwei dem Missionsorden angehörige Schwestern aus Polen.
Zum viertägigen Jubiläumsprogramm war als besonderer Gast der Mitbruder und Bischof Erwin Kräutler aus Brasilien erwartet worden, der den Gläubigen im Unterallgäu durch zahlreiche Firmbesuche wohl bekannt ist. Der Bischof musste seine Teilnahme jedoch wegen Krankheit absagen. Dafür herrschte Freude über eine schriftliche Grußbotschaft aus dem Vatikan. Papst Franziskus erteilte dem Missionshaus und allen Jubiläumsteilnehmern seinen Segen. Auch Diözesanbischof Konrad Zdarsa gratulierte und würdigte in einem Schreiben das Wirken der „Missionare“ in Baumgärtle.

Die Jubiläumstage begannen mit einem abendlichen Treffen von Ordensleuten, Priestern und Mitarbeitern. Ein weiterer, gut besuchter Abend stand unter dem Motto „Gottes Liebe zu allen Menschen bringen – Mein Leben in Amazonien“. Im Mittelpunkt stand hier das Wirken von Bischof Erwin Kräutler in Brasilien. Der Abend wurde zu einer Begegnung voller Eindrücke und Dokumente – nun zwar nicht mit ihm, jedoch in eindrucksvoller Fülle über ihn und sein großes Engagement gegen die Armut und die riesigen Umweltzerstörungen am Amazonas.

Groß war der Andrang auch bei einer Kinderwallfahrt, die von Pater Alois Schlachter und Diakon Albert Greiter gestaltet und geführt wurde. Unter dem Motto „Mit Gott unterwegs“ machten weit über 100 Kinder lebhaft und andächtig mit. An den einzelnen Stationen sang der Kinderchor aus Salgen. Am Ende des Rundganges segnete Pater Alois alle Kinderfahrzeuge vom Kinderwagen, Kleinrad und Roller bis hin zum Bobby Car. Die Kinderwallfahrt klang im Gästezelt aus.
Am Abend danach war dann die monatliche Begegnung „Come on Baumgärtle“ angesagt, Der „etwas andere Gottesdienst“, von Jugendlichen des Pfarrverbandes stand unter dem Jubiläums-Motto der Missionare vom Kostbaren Blut: „Der Traum geht weiter“.

Kinderwallfahrt

Höhepunkt des Ordensjubiläums war der sonntägliche Festgottesdienst auf dem Wallfahrerplatz. Nach einer geistlichen Einstimmung reihten sich eine stattliche Zahl von Priestern, Patres, Diakonen und Ministranten um den Altar zu einer eindrucksvollen Messfeier vor rund 1000 Besuchern. Hauptzelebrant war der Provinzial der „Missionare vom Kostbaren Blut“, Andreas Hasenburger aus Salzburg.

Der Leiter des Missionshauses Baumgärtle, Pater Alois Schlachter, begrüßte das Volk Gottes, das bei einem recht kühlen Herbstwind, aber trockenem Wetter singend und betend mitfeierte. Er rückte die Botschaft und das Wirken des Ordensgründers in den Mittelpunkt. Kaspars Spruch, „ich möchte tausend Sprachen lernen, um alle Menschen für das Kostbare Blut zu begeistern“, sei die Leitlinie für das Wirken der Missionare in aller Welt. Die Gläubigen hörten dann keine Predigt, sondern anschauliche Schilderungen aus mehreren Einsatzländern. Pater Willi Klein berichtete von Tansania, mit seiner großen Wassernot und vielen Lepra-Kranken, von der Aids-Epidemie und Malaria. Hier zu helfen und Nachhaltiges zu schaffen, sei ein wahres Werk der Barmherzigkeit. In Polen und Kroatien wiederum versuche ein kleines Häuflein von Missionaren Freundeskreise aufzubauen, um die Evangelisierung voranzubringen und eine Zusammenarbeit zwischen wichtigen Gruppen und Institutionen aufzubauen.
Pater Ferdinand Zech berichtete aus Brasilien, der „Welt“ von Mitbruder Bischof Kräutler. Mit relativ wenigen Mitstreitern führe er in seiner riesigen Diözese einen schier aussichtslosen Kampf gegen Umweltzerstörung sowie gegen die Unterdrückung und Vertreibung der Ureinwohner. So sei Bischof Kräutler auch zum Ratgeber des Papstes geworden und habe Anerkennung durch den alternativen Nobelpreis erfahren. Pater Alois schließlich ging auf den Auftrag von „Baumgärtle“ ein. Das Missionshaus mit seiner Wallfahrtskirche und einer Begegnungsstätte verstehe sich als „Tankstelle für die Seele“, als Ort der Heilung und des Segens.

Nach dem Gottesdienst begaben sich die Besucher ins Festzelt, wo gemeinsam ein Mittagessen eingenommen werden konnte. Anschließend wartete ein Kuchenbuffet, das viele fleißige Bäckerinnen als Geschenk zum Jubiläum gespendet haben. Die Musikkapelle Bedernau spielte unterhaltsame Musik. Außerdem gab es ein lustiges Kinderprogramm mit Albert Greiter.

Kindernachmittag



 
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